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Ein kleiner Exkurs zur Bachstelze

Die Bachstelze ist ein Mitteleuropa weit verbreiteter Singvogel und gehört zur Familie der Stelzer und Pieper. Dem Betrachter fällt sie vor allem wegen ihrer starken und ausgeprägten schwarz-weißen Färbung auf. Da die Bachstelze den mitteleuropäischen Raum als Brutgebiet bevorzugt und sie somit ein Zugvogel ist, findet man sie vorwiegend zu den wärmeren Jahreszeiten und vor allem im Frühjahr in Deutschland vor. Der bevorzugte Lebensraum der Bachstelze beschränkt sich dabei auf Gegenden, die eine gewisse Nähe zu einem fließenden Gewässer haben.

Bachstelze

Bachstelze

Früher war der Hang zu bewässerten Kulturlandschaften vermutlich noch stärker ausgeprägt als heute, aber eine gewisse Feuchtigkeit und Nähe zum Wasser benötigt jede Familie von Bachstelzen um wirklich glücklich zu sein. Wer Bachstelzen in seinem Garten, oder in seiner Umgebung halten kann wird vor allem durch ihren Gesang von ihrer Anwesenheit begeistert sein. Das Zirpen der Bachstelze in den frühen Morgenstunden hat schon so manchen Dichter in der frühen und in der neuen Zeit begeistert. Nicht ohne Grund hat dieser Vogel einen Kultstatus erreicht und gilt als einer der beliebtesten Singvögel in Deutschland.

Der Name der Bachstelze kommt übrigens von ihrem gestelzten, fast wippenden Gang. Diese Art der Fortbewegung erlaubt ihr das Erreichen von ungeahnten Geschwindigkeiten und macht sie auch auf dem Boden sehr flexibel. Während des Fluges erreicht die Bachstelze eine maximale Geschwindigkeit von 40 km/h, wobei die Flugbahn in bogenförmigen Aufwärts- und Abwärtsbewegungen erfolgt. Es gibt insgesamt 8 Bachstelzen. In unseren Breiten trifft man am häufigsten die gelbe Bachstelze und die Trauerbachstelze an.

Was man bei einem Nistkasten für die Bachstelze beachten sollte

Bachstelzen neigen zu einem stark ausgeprägten Revierverhalten gegenüber der eigenen Art und anderen Vögeln. Aus diesem Grund sollte ein Nistkasten für Bachstelzen eher alleine stehen, und nicht in Verbindung mit anderen Nisthilfen angebracht werden. Vom Aussehen her bevorzugt die Bachstelze den Halbhöhlenbau. Das bedeutet, dass der Nistkasten nicht im Ganzen geschlossen sein muss.

Vor dem Bau empfiehlt es sich das Gelände einmal näher zu erkunden. Der Bachstelzen Nistkasten sollte am besten so ausgerichtet sein, dass die Schutzwand möglichst gegen den Wind angebracht wird und so die Bachstelze in Ruhe brüten und ihre Jungen aufziehen kann. Sehr gerne kann man in der direkten Nähe einen Behälter mit Nistmaterial zur Verfügung stellen. Dazu eignen sich vor allem verdichtete Baumwolle, aber auch mittelgrobe bis feine Füllmaterialien aus natürlichen Ressourcen. Das Nistmaterial ist wichtig, denn sollte davon nicht genug vorhanden sein ist es durchaus möglich, dass sich das junge und verliebte Pärchen einen anderen Nistplatz sucht und auf die vorbereitete Bleibe verzichtet.

Die Bachstelze ist bei der Auswahl des Ortes recht wählerisch und bevorzugt abgeschiedene Orte, die eine gewisse Nähe zu einem Gewässer haben. In der Stadt kann man deswegen nur selten darauf hoffen, dass ein Paar dieser Vogelart ein vorübergehender Gast des Gartens wird. Besser stehen die Chancen in ländlichen Regionen und Gegenden, an denen die Sonne regelmäßig scheint und die Windverhältnisse passend sind.

Wo brüten Bachstelzen?

Die klassische Brutzeit der Bachstelze ist der Monat März. Meistens kommen die Männchen ein paar Tage vor den Weibchen an und erkunden das Revier für die weiblichen Nachzügler. Sind diese angekommen, dann beginnt sofort die Balzzeit. Die Brutorttreue ist sehr hoch und man kann fast mit Sicherheit davon ausgehen, dass eine erfolgreiche Bachstelzen Brutzeit im vergangenen Jahr zu einer erneuten Inanspruchnahme der Gastfreundlichkeit im neuen Jahr führen wird.

Der Nestbau obliegt den Weibchen, die sich direkt nach der erfolgten Balz damit beschäftigen. Der Nistplatz muss einen guten Ausblick bieten, aber dennoch nicht allzu hoch liegen. Hoch genug um vor Feinden geschützt zu sein, aber nicht zu hoch damit die Erreichbarkeit gewährleistet ist. Bei schlechter Witterung kann der Bau des Nests bis zu zwei Wochen andauern. In der Regel ist er aber innerhalb weniger Tage vollständig abgeschlossen.

Die Eiablage erfolgt pünktlich eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang und spätestens 24 Stunden nachdem das Nest erfolgreich aufgebaut wurde. Das Gelege besteht aus fünf bis sieben Eiern. Sollten es einmal mehr sein, dann haben vermutlich zwei Weibchen am selben Ort gelegt. Das kommt aber verhältnismäßig selten vor, denn wie weiter oben bereits beschrieben achten die Bachstelzen sehr auf ihr eigenes Revier und wünschen sich Ruhe während der Brutzeit.

Die Aufzucht der Bachstelzen Jungvögel

Die weibliche Bachstelze ist aber nicht nur federführend im Nestbau, sondern auch eine begnadete Innenarchitektin. Sie sorgt im Alleingang für die Innengestaltung des Bachstelzen Nests und sorgt so dafür, dass sie und der Nachwuchs ein Maximum an Gemütlichkeit genießen können. Das Männchen kümmert sich während der Phase der Ausbrütung um die Versorgung mit Nahrung und ist damit die wichtigste Versorgungsquelle der angehenden Familie. Nur selten übernimmt das Weibchen die Rolle, und das auch nur wenn die Jungen bereits geschlüpft und halbwegs sicher sind.

Die Brut und die Aufzuchtszeiten sind bei der Bachstelze verhältnismäßig kurz. In der Regel dauert es nur weniger als 48 Stunden bis die Eier ausgeschlüpft sind und innerhalb von zwei Wochen nach dem Schlüpfen ziehen die Bachstelzen zusammen mit den Jungvögeln auch schon aus und widmen sich neuen Zielen. Sie verbleiben zwar in der Nähe des Nests und nutzen es manchmal auch als Rückzugsort, aber die jungen Vögel müssen schnell lernen in der Welt zu überleben und sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Was fressen Bachstelzen?

Noch ein wenig mehr Luxus kann man mit der passenden Bachstelzen Nahrung anbieten. Diese kann gerne neben dem Nistmaterial angebracht werden, sodass die Gäste keine weiten Wege machen müssen um sich und den Nachwuchs zu versorgen. Zum natürlichen Futter der Bachstelze zählen, Larven, Spinnen, Insekten, Ameisen, Würmern, Käfern, mitunter kleine Fische – aber auch Samen und Körner jeglicher Art. Entsprechendes Material findet sich in jedem gut sortierten Fachhandel.

Wenn die Gäste angekommen sind…

Sollte man als Bachstelzen Nistkastenbesitzer einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Diese dienen weniger dem Schutz der Umgebung, oder der Menschen. Vielmehr müssen die sensiblen Vögel vor der Umwelt geschützt werden um ungestört ihren Nachwuchs aufziehen zu können. Die Statistik besagt, dass nur wenige der Jungvögel das erste Jahr überleben. Viele gehen an Krankheiten, aber auch an schlechten Witterungsverhältnissen zugrunde.

Ein weiterer Faktor sind äußere und vom Menschen kontrollierbare Einflüsse. Hundebesitzer und Katzenbesitzer sollten in fast jedem Fall auf einen Nistkasten verzichten. Die Vorstellung über ein “eigenes” Paar an Bachstelzen mag zwar recht romantisch sein, aber gegen die scharfen Krallen von Haustieren sind die Vögel quasi ungeschützt. Auch sind die Jungtiere sehr sensibel und benötigen einiges an Fürsorge der Eltern. Damit die Aufzucht also erfolgreich sein soll, muss die notwendige Möglichkeit zum Rückzug gegeben sein. Am besten bringt man den Nistkasten deswegen an einer entlegenen Ecke des Gartens an, umso den Gästen den größtmöglichen Komfort zu gewähren.


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